Pressemitteilungen

18. März 2026

Bundesregierung beschließt Rechenzentrumsstrategie: Ein starkes Signal – nun kommt es auf die Umsetzung an

GDA Stand: H119
Julia Niederwipper
 Bundesregierung beschließt Rechenzentrumsstrategie: Ein starkes Signal – nun kommt es auf die Umsetzung an
Die Bundesregierung hat die erste nationale Rechenzentrumsstrategie verabschiedet und damit ein klares Bekenntnis zur digitalen Infrastruktur in Deutschland abgegeben. Die German Datacenter Association (GDA) begrüßt die Strategie als wichtigen und überfälligen Schritt für den Standort Deutschland – sieht jedoch bei zentralen Erfolgsfaktoren weiterhin Handlungsbedarf.
Die Bundesregierung hat die nationale Rechenzentrumsstrategie verabschiedet und damit ein klares Bekenntnis zur digitalen Infrastruktur in Deutschland abgegeben. Bis 2030 sollen sich die Kapazitäten mindestens verdoppeln, die KI-Rechenleistung sogar vervierfachen.

Der Deutsche Rechenzentrumsverband (GDA) begrüßt die Strategie als wichtigen und längst überfälligen Schritt für den Standort Deutschland – sieht jedoch bei zentralen Erfolgsfaktoren weiterhin Handlungsbedarf.

Wichtige Impulse für Energie, Flächen und Innovation

Aus Sicht der Branche setzt die Strategie an den richtigen Stellen an. Insbesondere die Maßnahmen zur Sicherung von Netzanschlüssen, geplante Reformen bei Vergabeverfahren sowie Impulse für nachhaltige Rechenzentren – etwa durch Abwärmenutzung und Effizienzanforderungen – schaffen wichtige Rahmenbedingungen für weiteres Wachstum.

Auch die Ansätze zur Flächenentwicklung, beispielsweise durch die verstärkte Nutzung von Brachflächen, sowie die Förderung von KI-Infrastruktur und digitaler Souveränität bieten Investoren Orientierung und stärken den Standort Deutschland.

Die Akzeptanz vor Ort bleibt ein zentraler Engpass

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor wird jedoch bislang nur unzureichend berücksichtigt: die gesellschaftliche und kommunale Akzeptanz von Rechenzentrumsprojekten.

In der Praxis zeigt sich zunehmend, dass Projekte nicht an der Technologie oder der Finanzierung scheitern, sondern an mangelnder Zustimmung vor Ort – selbst dann, wenn sie auf geeigneten Flächen und in etablierten Regionen entstehen sollen.

„Wenn Stadtparlamente Milliardenprojekte ablehnen, während die Bundesregierung gleichzeitig eine Verdopplung der Kapazitäten anstrebt, klafft eine gefährliche Lücke zwischen Ambition und Umsetzung“, sagt Peter Pohlschröder, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der GDA.

Aus Sicht der Branche ist daher eine systematische Stärkung der Akzeptanz erforderlich, etwa durch verbindliche Anreizstrukturen für Kommunen, eine frühzeitige Einbindung lokaler Akteure sowie klare Mehrwerte für die Regionen.

Weitere Handlungsfelder: Genehmigungen, Stromkosten und Fachkräfte

Neben dem Thema Akzeptanz sieht die GDA weiteren Verbesserungsbedarf:

  • Genehmigungsverfahren: Hier setzt man weiterhin auf bewährte Verfahren. Erforderlich sind verbindliche, bundesweit einheitliche Verfahren mit klaren Fristen und größerer Planungssicherheit.
  • Stromkosten: Zwar werden zentrale Kostenfaktoren angesprochen, doch fehlt es weiterhin an einem konkreten Fahrplan für international wettbewerbsfähige Energiepreise.
  • Fachkräfte: Der Fachkräftemangel wird als Risiko genannt, jedoch noch nicht strategisch angegangen. Die GDA erwartet hier einen eigenen Handlungsbereich mit konkreten Maßnahmen.

Jetzt kommt es auf die Umsetzung an

Die Strategie sieht vor, alle Maßnahmen innerhalb von zwölf Monaten auf den Weg zu bringen. Für die Branche ist entscheidend, dass aus den angekündigten Maßnahmen konkrete, wirksame Regelungen werden.

„Wir messen den Erfolg dieser Strategie nicht an Ankündigungen, sondern daran, was in zwölf Monaten im Bundesgesetzblatt steht“, betont Peter Pohlschröder.

Die GDA wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und sich weiterhin aktiv an der Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen beteiligen.

Alle Pressemitteilungen anzeigen
Laden