Pressemitteilungen
ISC2-Studie zur Fachkräfteversorgung im Bereich Cybersicherheit: Die Budgets für Cybersicherheit bleiben knapp, und der Bedarf an Fachkräften wächst
Alexandria/München, 4. Dezember 2025 – ISC2, die weltweit führende gemeinnützige Mitgliederorganisation für Cybersicherheitsexperten, hat heute die Ergebnisse ihrer „Studie zum Personalbedarf im Bereich Cybersicherheit 2025„veröffentlicht, für die eine Rekordzahl von 16.029 Fachleuten aus der Cybersicherheitsbranche befragt wurde. Das Vorjahr war von einer Welle von Entlassungen, Budgetkürzungen sowie Einstellungs- und Beförderungsstopps geprägt. Die Daten für 2025 zeigen jedoch, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen, die Auswirkungen auf Cybersecurity-Teams haben, stabilisiert haben: 43 Prozent der deutschen Befragten (weltweit* 36 Prozent) melden Budgetkürzungen und 23 Prozent (weltweit 24 Prozent) Entlassungen.
Budgetengpässe im Bereich Cybersicherheit bleiben laut der Studie ein wichtiger Faktor für den Personalmangel. 38 Prozent der deutschen Befragten (weltweit 29 Prozent) geben an, dass ihre Organisationen nicht genügend Talente finden, um ihre Teams angemessen zu besetzen, während 25 Prozent (weltweit 33 Prozent) sagen, dass sie es sich nicht leisten können, Personal mit den erforderlichen Fähigkeiten einzustellen, um ihre Organisationen angemessen zu schützen. Infolgedessen sind in Deutschland 72 Prozent der Befragten (weltweit 71 Prozent) der Meinung, dass eine Reduzierung des Sicherheitspersonals das Risiko eines Sicherheitsvorfalls erheblich erhöht.
Hauptsorge: Der Fachkräftemangel übersteigt den Personalbedarf
Die Studie zeigt ferner, dass trotz des anhaltenden Personalmangels der Fachkräftemangel mehr Anlass zur Sorge gibt als die Anzahl der Mitarbeiter. Mit 93 Prozent haben mehr als neun von zehn Befragten in Deutschland (weltweit 88 Prozent) in ihren Organisationen mindestens einen schwerwiegenden Cybersicherheitsvorfall aufgrund von Fachkräftemangel erlebt, und 77 Prozent (weltweit 69 Prozent) geben an, dass es mehr als einen Vorfall gab.
In Deutschland geben weniger Befragte an, dass sie mindestens einen Qualifikationsbedarf haben (90 Prozent in Deutschland gegenüber 95 Prozent weltweit). Zudem geben sie mit 40 Prozent deutlich seltener als ihre Kollegen weltweit (60 Prozent) an, dass sie kritische oder erhebliche Qualifikationslücken haben. Im Jahresvergleich hat sich in Deutschland jedoch eine bemerkenswerte Veränderung vollzogen: Der Anteil derjenigen, die kritische oder erhebliche Qualifikationslücken angeben, ist um 11 Prozentpunkte gestiegen.
„Es findet ein Wandel statt. Die Daten des diesjährigen Berichts machen deutlich, dass die dringlichste Sorge für Cybersicherheitsteams nicht die Anzahl der Mitarbeiter, sondern deren Qualifikationen ist“, sagte Debra Taylor, kommissarische CEO und CFO von ISC2. „Qualifikationslücken erhöhen das Cybersicherheitsrisiko und gefährden die Geschäftskontinuität. Gleichzeitig stellen wir fest, dass neue Technologien wie KI weniger als Bedrohung für Arbeitsplätze wahrgenommen werden als erwartet. Stattdessen sehen viele Cybersicherheitsfachleute KI als Chance für ihre berufliche Weiterentwicklung. Sie setzen KI-Tools ein, um Aufgaben zu automatisieren, und investieren ihre Zeit, um mehr zu lernen und ihre Fachkompetenz im Umgang mit und bei der Absicherung von KI-Systemen unter Beweis zu stellen.“
Die Einführung künstlicher Intelligenz schreitet voran und eröffnet neue Karrieremöglichkeiten
Die Studie zeigt, dass die Einführung von KI unter Cybersicherheitsexperten voranschreitet: 35 Prozent der deutschen Befragten (weltweit 28 Prozent) haben bereits KI-Tools in ihre Arbeitsabläufe integriert. Zudem haben sich Cybersicherheitsexperten in Deutschland beschäftigen sich häufiger mit der Einführung von KI als ihre Kollegen weltweit (77 Prozent in Deutschland gegenüber 68 Prozent weltweit) – sei es durch Integration, aktive Tests oder erste Evaluierungen. Die Daten deuten zudem darauf hin, dass deutsche Cybersicherheitsexperten davon ausgehen, dass KI neue Fähigkeiten und Perspektiven im Bereich der Cybersicherheit erforderlich machen wird:
- 75 Prozent (weltweit 73 Prozent) glauben, dass KI spezialisierte Kompetenzen im Bereich Cybersicherheit schaffen wird.
- 71 Prozent (weltweit 72 Prozent) geben an, dass KI ein strategischeres Denken im Bereich Cybersicherheit erfordert.
- 69 Prozent (weltweit 66 Prozent) sind der Ansicht, dass KI umfassendere Kompetenzen bei den Mitarbeitern erfordert.
KI bleibt im zweiten Jahr in Folge eine der am meisten gefragten Kompetenzen. In diesem Jahr nennen 43 Prozent der Befragten in Deutschland (weltweit 41 Prozent) KI als die wichtigste erforderliche Kompetenz, gefolgt von Cloud-Sicherheit mit 36 Prozent in Deutschland und weltweit. Mit 48 Prozent arbeitet fast die Hälfte der deutschen sowie der weltweiten Befragten daran, allgemeine KI-Kenntnisse und -Fähigkeiten zu erwerben, während 35 Prozent der deutschen und weltweiten Befragten sich über KI-Lösungen für Risikobereiche weiterbilden, um Schwachstellen und Ausnutzungsmöglichkeiten besser zu verstehen.
Trotz aller Herausforderungen üben Cybersicherheitsexperten ihren Beruf mit Leidenschaft aus
Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit und des Arbeitsdrucks blicken deutsche Cybersicherheitsexperten optimistisch auf ihre Rolle in der Branche. Untersuchungen zeigen:
- 87 Prozent der Befragten in Deutschland und weltweit sind der Meinung, dass es immer einen Bedarf an Fachkräften für Cybersicherheit geben wird.
- 84 Prozent (weltweit 81 Prozent) sind zuversichtlich, dass der Beruf weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird.
- 69 Prozent (weltweit 68 Prozent) sind mit ihrem derzeitigen Arbeitsplatz zufrieden.
- 84 Prozent (weltweit 80 Prozent) gehen ihrer Arbeit mit Leidenschaft nach.
- 72 Prozent (weltweit 75 Prozent) sind wahrscheinlich bereit, im nächsten Jahr in ihrem derzeitigen Unternehmen zu bleiben, wobei dieser Wert auf 64 Prozent (weltweit 66 Prozent) sinkt, wenn sie die nächsten zwei Jahre betrachten.
Die Studie zeigt jedoch auch, dass Fachkräfte im Bereich Cybersicherheit unter Arbeitsstress und Burnout leiden. Mit 44 Prozent (weltweit 48 Prozent) fühlt sich fast die Hälfte der Befragten erschöpft, weil sie mit den neuesten Bedrohungen und Technologien im Bereich Cybersicherheit Schritt halten müssen, und 46 Prozent der deutschen sowie der weltweiten Befragten fühlen sich von der Arbeitsbelastung überfordert.
Die Studie stellt fest, dass berufliche Weiterentwicklung und Anerkennung wichtige Faktoren für die Zufriedenheit der Fachkräfte in der Branche sind. Fast ein Drittel der Befragten in Deutschland und weltweit (31 Prozent) nennen Aufstiegsmöglichkeiten als wichtigen Aspekt für ihr berufliches Engagement, während 25 Prozent in Deutschland (weltweit 23 Prozent) außerplanmäßige finanzielle oder leistungsbezogene Belohnungen (z. B. Boni, zusätzliche bezahlte Urlaubstage) als Schlüsselfaktoren für das Engagement ihrer Belegschaft angeben.
Der vollständige Bericht zur „2025 ISC2 Cybersecurity Workforce Study“ sowie weiterführende Handlungsempfehlungen für Führungskräfte und Organisationen zur Förderung einer widerstandsfähigen Cybersicherheitsbelegschaft finden Sie unter:
ISC2-Studie zur Fachkräfteversorgung im Bereich Cybersicherheit 2025
* Die im Text genannten globalen Daten berücksichtigen keine deutschen Antworten und können von den Zahlen im globalen Bericht abweichen.
Über ISC2
ISC² ist die weltweit führende gemeinnützige Organisation für Cybersicherheitsexperten. Mit über 265.000 zertifizierten Mitgliedern und Partnern setzen wir uns in einer immer stärker vernetzten Gesellschaft für eine sichere Cyberwelt ein. Unsere renommierten Zertifizierungen – darunter die branchenführende CISSP®-Zertifizierung – dienen Fachkräften als Nachweis ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen in jeder Phase ihrer Karriere.
ISC² rückt das Thema Cybersicherheit auf die politische und gesellschaftliche Agenda. Wir fördern die Relevanz, Vielfalt und Dynamik der Cybersicherheitsbranche durch engagierte Interessenvertretung, fundiertes Fachwissen sowie die Ausbildung und Zertifizierung von Fachkräften.
Mit unserer gemeinnützigen Stiftung, dem Zentrum für Cybersicherheit und Aufklärung, erleichtern wir angehenden Nachwuchskräften den Einstieg in diesen Berufszweig.
Erfahren Sie mehr über ISC2 und werden Sie Teil unserer Mission. Erweitern Sie Ihr Netzwerk und folgen Sie uns auf X, Facebook und LinkedIn.
© 2025 ISC2 Inc. | ISC2, CISSP®, SSCP®, CCSP®, CGRC®, CSSLP®, HCISPP®, ISSAP®, ISSEP®, ISSMP®, CC® und CBK® sind eingetragene Marken von ISC2, Inc.
Pressekontakt:
ISC2
Kiri O’Leary, Fachkraft für Unternehmenskommunikation
TC Communications
Arno Lücht, +49 157 52443749
Thilo Christ, +49 171 6220610
Alexandra Schmidt, +49 170 3871064
Cloud & AI Infrastructure
Cloud & Cyber Security Expo
Big Data & AI World
Data Centre World